Von Hacienda zu Hacienda in den kolumbianischen Anden (8 Tage)
Programmart: ReittourReisezeit: Gemäss TerminUnterkunft: Haciendas, Gasthäuser , HotelsVerpflegung: VPZimmer: DZ, EZ, MehrbettzimmerSprache: Englisch, SpanischNichtreiter: Auf AnfrageKinder: Auf AnfrageEigenes Pferd: nein Gruppengrösse / Mitreiter Min: 6Max: 16
Die ursprünglichen, wunderschönen Landschaften in Kombination mit der lebendigen und geschichtsträchtigen Kultur machen das Land zu einem unglaublich interessanten Urlaubsziel. Besonders bekannt ist Kolumbien für seinen exzellenten Kaffee, die reinen Edelsteine und seine historischen Haciendas. Wie in vielen anderen Ländern Südamerikas sind Reiten und Pferde stark mit der Kultur Kolumbiens verwurzelt. Hinzu kommt, dass die bergige Region mit dem Pferd viel einfacher zugänglich ist als mit einem Fahrzeug – beste Voraussetzungen für eine Reiterreise! Diese Reittour startet im östlichen Hochland Kolumbiens auf einer Höhe von ungefähr 2.500 m ü.M., wo Sie Ihr Gastgeber auf seiner Hacienda mit offenen Armen willkommen heisst und Sie auf dieser einmaligen Reittour durch das authentische Kolumbien als Guide begleitet. Ihre Route führt Sie durch die Cordillera Oriental der kolumbianischen Anden. Sie durchqueren die Wüste von La Candelaria mit seinen ungewöhnlichen Felsformationen, die Provinz von Cundinamara und gelangen schliesslich in der tropischen Provinz Santander an. Die Reittour bringt Sie in das authentische Kolumbien abseits der Grossstädte. Sie passieren immer wieder kleine malerische Dörfer, halten dort auf ein Bier oder lokalen Schnaps und treffen immer wieder auf Einheimische, die Stolz sind Sie in ihrem Land willkommen heissen. Sicher werden Sie den kolumbianischen Satz "das einzige Risiko ist, dass du hier bleiben willst" bald verstehen. Untergebracht sind Sie während der Tour in Haciendas sowie kleinen, charmanten Gasthäusern und Hotels.
Pferde: Kolumbianische Criollos & Cruzados. An einem Nachmittag haben Sie auch die Möglichkeit einen reinrassigen Paso Fino zu reiten. Sattel & Zaum: Kolumbianische Trailsättel und Kandarenzaum (westernähnlich). Reiterfahrung: Sie sollten sattelfest in allen Gangarten sein und über ausreichend Geländeerfahrung verfügen. Reitzeit durchschnittlich ca. 6 Std. pro Tag.
Kundenmeinungen, Informationen zum Land (wie z.B. Visabestimmungen) und Wetterinfos finden Sie bei und nur online, da sich diese täglich ändern können. Gehen Sie dafür bitte online auf www.reiterreisen.com/col008.htm
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Termine
Kolumbien Haciendas Trail
17.01. - 24.01.
18.04. - 25.04.
18.07. - 25.07.
Kolumbien Kaffee-Trail
20.06. - 27.06.
23.08. - 30.08.
22.09. - 29.09.
Leistungen und Hinweise
Leistungen und Hinweise: 8 Tage/7 Übernachtungen auf authentischen Haciendas & Gasthäusern in DZ bzw. je nach Auslastung auch Mehrbettzimmern, Vollpension, 6 Reittage, Gepäcktransport, Transfer ab/an Bogotá.
An-/Abreise: Transfer ab Bogotá morgens an Tag 1. Rückkehr an Tag 8 am Nachmittag.
Flughafen: Bogotá.
Bahnhof:
Im Preis nicht eingeschlossen: Getränke, Trinkgelder.
Preise
Code
Euro
SFR
PCCO8D
Kolumbien Haciendas Trail, 8 T., 6 Reittage
3177.-
3026.-
PCKT8D
Kolumbien Kaffee-Trail, 8 T., 6 Reittage
4183.-
3984.-
Preise pro Person ohne Anreise
Bemerkungen: Einzelzimmer nur auf Anfrage, gegen Aufpreis.
Tourenverlauf Hacienda-Trail:1. Tag: Bogotá – Cucunúba Treffpunkt um 9.00 Uhr am Hotel Retiro84 in Bogota, Anreise am Vortag empfohlen. Transfer nach Cucunuba und unterwegs Halt bei einer traditionellen, kolumbianischen Sattlerei. Zum Mittagessen besuchen Sie ein lokales Restaurant unterwegs, bevor Sie La Montesa erreichen, eine Zuchstätte des kolumbianischen Paso Finos. Hier haben Sie die Gelegenheit diese edle Pferderasse mit Ihren weichen Gängen zu reiten! Im Anschluss werden Sie zu Ihrer Unterkunft gebracht, der Posada de Don Pedro in Cucunuba, wo Sie auch zu Abend essen.2. Tag: Cucunúba - Hacienda la Casona 6 h ReitzeitNach dem Frühstück geht es endlich zu den Pferden. Nach der Einteilung der Pferde wird gesattelt und gegen 9.00 Uhr geht es los zum ersten Abenteuer. Ihre trittsicheren Partner erklimmen problemlos die Steigungen des Juaitoque Naturreservats, bis zu einer Höhe von 3.200 M. Auf alten Reitwegen entdecken Sie das Moorland der Andenregion. Am Nachmittag reiten Sie wieder bergab, bis Sie die atemberaubende Palacio Lagune erspähen können. Sie setzen Ihren Ritt fort, bis Sie die Hacienda la Casona erreichen. Hier können Sie sich ausruhen, während ein kolumbianisches BBQ für Sie vorbereitet wird. Reitzeit ca. 6 Stunden und 34 Km.3. Tag: Hacienda la Cabana 5 h ReitzeitIhr heutiger Tag startet wieder gegen 9.00 Uhr zu Pferd. Diesmal reiten Sie durch hügeliges, bewaldetes Gebiet, bis Sie das typisch kolumbianische Dorf Sutatausa erreichen. Hier besichtigen Sie die Kathedrale und lernen über die spanische Kolonialzeit. Sie setzen Ihren Ritt zu den Rocky Mountains von Hato Dam fort, wo ein traditionelles Mittagessen auf Sie wartet. Sie setzen Ihren Ritt durch das anspruchsvolle Gelände fort und kommen am späten Nachmittag wieder auf der Hacienda la Cabana an, wo Sie ein weiteres Mal übernachten. Reitzeit ca. 5 Stunden und 30 Km.4. Tag: Hacienda Potosi 6 h ReitzeitNach dem Frühstück satteln Sie Ihre Pferde und machen sich auf den Weg über die grünen Wiesen von Cundinamarca, der Region mit den grössten Rinderhaltung in Kolumbien. Ihr Ziel ist eine der ältesten, kolonialen Farmen Kolumbiens, Punta de Vega, wo Sie zu Mittag essen. Nach einer ausgiebigen Siesta setzen Sie Ihren Ritt fort in Richtung Hacienda Potosi, der Heimat preisgekrönter Zugpferde. Reitzeit ca. 6 Stunden und 34 Km. 5. Tag: Raquira Silvestre 5 h ReitzeitHeute gehts besonders früh los. Sie satteln Ihre Pferde und reiten gegen 8.00 Uhr los, dabei laden sie saftigen Wiesen zu tollen Galoppaden ein. Gegen Mittag kommen Sie an der Hacienda Ticha an, wo Sie gemeinsam zu Mittag essen. Am Nachmittag setzen Sie Ihren Ritt durch Eichenwälder in der Provinz Boyacá fort. Zuletzt verändert sich die Landschaft stark und ähnelt nun mehr einer kargen Steppe. Hier finden Sie auch Ihr heutiges Ziel, die Farm Raquirq Silvestre, wo Sie einen heiteren Abend bei lokaler Volksmusik verbringen. Reitzeit ca. 8 Stunden und 38 Km.6. Tag: Monasterio de la Candelaria 5 h ReitzeitSie dürfen heute etwas länger schlafen, Abritt ist erst gegen 10.00 Uhr. Ihr Weg führt Sie hinab durch die kargen Berge, am Horizont die bunte Stadt Raquira immer sichtbar, bekannt für Handarbeit und Töpferei. Dort angekommen pausieren Sie zum Lunch und haben anschließend Zeit die Stadt zu erkunden. Am Nachmittag setzen Sie Ihren Ritt fort zum Candelaria Kloster. Dieser heilige Ort stammt aus dem Jahr 1604 und bietet Ihnen eine komfortable Unterkunft für die heutige Nacht inkl. Abendessen. Reitzeit ca. 5 Stunden und 25 Km.7. Tag: Villa de Leyva 7 h ReitzeitNach einem zeitigen Frühstück satteln Sie Ihre Pferde und reiten gegen 8.00 Uhr los. Nach kurzer Zeit ändert sich das Landschaftsbild drastisch, Sie tauchen endgültig ein in die felsige Wüste von la Candelaria. Inmitten der Wüste finden Sie den Patio de Brujas vor, der von Hexen heimgesucht wird. Gegen Nachmittag spuckt das erbarmungslose Ödland eine weitere Oase aus, die Stadt Villa de Leyva. Sie wurde 1572 gegründet und geniesst Ansehen als nationales Monument. Sie verabschieden sich von Ihren Pferden und beziehen Ihre Unterkunft im Stadtzentrum. Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung, bevor Sie sich gegen 20.00 Uhr zu einem letzten gemeinsamen Abendessen treffen. Reitzeit ca. 7 Stunden und 35 Km.8. Tag: Frühstück und Transfer nach Bogotá (ca. 4 Std.). Abreise oder Verlängerung. Bitte beachten Sie, dass sich der Tourenverlauf aufgrund von Wetter- oder Terrainverhältnissen oder anderen unvorhersehbaren Umständen ggf. ändern kann. Tourenverlauf Kaffee-Trail:Beim Kaffee-Trail erreiten Sie das sogenannte Kaffeedreieck Kolumbiens. Der Ritt führt Sie durch das weltberühmte Kaffeeanbaugebiet und durch das Cócora-Tal mit seinen markanten riesigen Wachspalmen. Kolumbien ist ein Land der Kontraste sowohl geografisch und klimatisch, als auch kulturell und landschaftlich abhängig von der Region, wo Sie sich gerade aufhalten. Aber eines haben alle Kolumbianer gemeinsam: Die Liebe zu Kaffee und Pferden! Der Kaffee wird in diesem Land mit Hingabe angepflanzt, was sich im Geschmack bemerkbar macht. Auch Pferd und Maultier sind mit einbezogen im Transport - so kommen die Bohnen von den Bäumen bis zu Ihnen in die Tasse. Diese Familien, die die geschmackvollen Bohnen anbauen sind auch Ihre Gastgeber auf diesem Ritt! Geniessen Sie diesen Trail im schönen Kolumbien, der bis auf 2000 m hoch führt und Durchschnittstemperaturen von ca. 25 Grad bietet - perfekt zum Reiten.1. Tag: Armenia - Hacienda El Balcón Treffen in Armenia am Mocawa Hotel um 9:00. Besuchen Sie eine Sattlerei. Besuchen Sie die Arrieroschau im Parque de los arrieros. Ankunft auf der Hacienda El Balcón in Buena Vista. Begrüßung und Unterbringung in der Hacienda. Abendessen.2. Tag: Hacienda El Balcón - CódobaNach der Zuweisung von Pferden und Ausrüstung beginnen wir die Tour entlang der Kaffeeroute, die uns in jedem Moment mit ihrer Schönheit begleiten wird. Am Nachmittag nach dem Mittagessen im Dorf Pijao reiten wir auf den Wegen bis zum Kaffeedorf Cordoba, wo wir den Produktionsprozess des Kaffees vom Anbau bis zur Verkostung aus erster Hand erleben können.3. Tag: Córdoba Radial RouteFür diesen Tag ist das Szenario ein Ritt zwischen Kaffeeplantagen. Straßen und Wege, die von Kaffeeplantagen umgeben sind, die auf Schritt und Tritt Geschichten erzählen und den besten Aussichtspunkt von ganz Quindio besuchen. Übernachtung wieder im Hotel Soñarte de Córdoba schlafen.4. Tag: Códoba - Hacienda Hotel La Joya Nach einer guten Nacht und einem kräftigen Frühstück setzen wir unsere Tour durch tropische Hügellandschaften und Kaffeeplantagen fort und sehen die biologische Vielfalt der Berge, manchmal sogar schneebedeckt. Wir erreichen die sehr komfortable Posada El Edén Country, wo wir zu Abend essen und die Nacht verbringen werden.5. Tag: Hacienda Hotel La Joya - Hacienda La PalomaAn diesem Reittag wird sich die Landschaft drastisch zu verändern, wenn Sie auf dem Hügel ankommen und durch den Tropenwald bis zur Paloma-Farm in der Stadt Calarca hinabsteigen. An diesem Tag machen wir ein Picknick inmitten der Kaffeeplantagen am klaren Fluss.6. Tag: Hacienda La Paloma - Salento Die Ankunft im Salento ist eine der beeindruckendsten dieser Reise, denn diese Stadt zwischen den Bergen gilt als Vater der Region Quindío, da sie die älteste des Departements ist. Diese magische Stadt wird uns in jeder ihrer Ecken und Farben erfreuen, begleitet von einer Küche und einer unvergleichlichen Atmosphäre.7. Tag: Valle del Cocora An diesem Tag haben wir die große Gelegenheit, den kolumbianischen Nationalbaum La Palma de Cera im Valle del Cocora, der als eines der wichtigsten Ziele des Landes gilt und von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, auf dem Pferderücken des Cocora-Tals zu besichtigen.8. Tag: Salento - ArmeniaFrühstück und Transfer nach Armenia und Abreise. Bitte beachten Sie, dass sich der Tourenverlauf aufgrund von Wetter- oder Terrainverhältnissen oder anderen unvorhersehbaren Umständen ggf. ändern kann.
Unterkunft Gerne buchen wir für Sie gegen Aufpreis eine Zusatznacht vor Ihrer Tour im Hotel Retiro84 in Bogota. Während der Tour übernachten Sie in verschiedenen Haciendas oder Posadas und einmal auch in einer Unterkunft auf dem Gelände eines Klosters.
Sattel & Zaum: Kolumbianische Trailsättel und Kandarenzaum (westernähnlich). Reiterfahrung: Sie sollten sattelfest in allen Gangarten sein und über ausreichend Geländeerfahrung verfügen. Reitzeit durchschnittlich ca. 6 Std. pro Tag. Pferde: Kolumbianische Criollos & Cruzados. An einem Nachmittag haben Sie auch die Möglichkeit einen reinrassigen Paso Fino zu reiten.
Für diese Reise gibt es momentan noch kein Feedback.
Noch nie oder höchstens mal im Strandhotel auf dem Pferd gesessen. Bis jetzt glauben Sie noch den Spruch, dass ein Pferd vorne beisst, hinten schlägt und zu allen vier Seiten steil abfällt.....
Sie haben die ersten Reitstunden hinter sich und eine Ahnung bekommen, dass ein Pferd einen eigenen Willen hat, aber ansonsten meist kooperativ ist. Man hat Sie von der Longe gelassen und Sie haben die ersten Reitstunden im Schritt in der Bahn absolviert, sind schon einige Male getrabt und haben auch schon mal einen kurzen, verhaltenen Galopp freiwillig absolviert. Für einen Stationäraufenthalt mit Ausritten reicht es meist schon!
Glückwunsch. Sie bleiben im Schritt, Trab und Galopp meist oben. Jetzt können Sie sich schon zutrauen, eine leichte Reittour in Angriff zu nehmen. Z.B. in Andalusien. Nicht unbedingt, weil Sie schon "reiten" können, sondern weil Andalusier sehr umgänglich, geistesstark und auf den Reiter bezogen sind. Wenn Sie eher von weiterer Ausbildung träumen: ab hier sprechen manche erst von "Dressur", also z.B. bestandene Reiterpass-Prüfung (muss aber nicht sein, wir verlangen keinen Führerschein).
Springen sollten Sie sowieso nicht vorher ausser in speziellen Kursen.
Weil Sie sich schon lange sicher im Sattel fühlen, können Sie auch schwierigere Wegstrecken und über längere Zeit zurücklegen. Sie machen sich wenig Gedanken darüber, mit welcher Pferderasse Sie "zurechtkommen". Sie haben genug Selbstvertrauen, jedes fremde, "ordentlich" gerittene und normale Pferd zu reiten. Ausbildung: ausbalancierter Sitz in allen Grundgangarten, freie Handführung, erste Seitengänge, stellen auf 2 Hufschläge
Jetzt reiten Sie ohne Furcht alles, was Ihnen unter den Sattel kommt. Ob Wallach, Stute oder Hengst: im Zweifelsfall werden Sie von uns sowieso nach Ihren Wünschen gefragt, denn jeder mag ein anderes Temperament. Ausbildung: Sie lernen auf top ausgebildeten Pferden, die immer mehr können als Sie, Hilfen in Piaffe, Passage, flieg. Galoppwechsel...
Kolumbien Januar 2025
Aus Namibia im November und dem Feuerland im Dezember wurde nichts. Waren die Termine doch allzu knapp nach dem Lesotho-Trail im Oktober und ich fühlte mich nicht fit genug. Also schloss ich mich dann doch einer Freundin nach Kolumbien im Januar an, obwohl dies nicht auf meiner „to do Liste“ stand und mich die Reise - ein absolutes Tabu für einen Skifahrer - um meinen üblichen Wochenendsport im Schnee zum Jahresbeginn brachte. Immerhin war dort wegen der Äquatornähe mit sommerlichen Temperaturen zu rechnen und demzufolge begrenztes Gepäck möglich, zumal die Hacienda-Tour etwas luxuriösere Unterkünfte versprach und so Schlafsack & Co. nicht gefragt waren.
Trotzdem stresste mich die Packentscheidung wie immer. Statt sich zu bessern wurde es im Laufe meiner an die 80 Trails eher schlimmer. Und das, obwohl ich vor etwa zwei Jahren infolge nicht Auftauchens meines Aufgabegepäcks mühelos 10 Tage mit nur dem Handgepäck ausgekommen bin, nachdem sich in diesem (fast) alles Unerlässliche, vor allem die Reitkleidung, befunden hatte.Nächster Schwachpunkt in München die S-Bahn. Pünktlich aus dem Haus und soeben das Ticket gestempelt, als mich eine Durchsage erstarren ließ, die S-Bahn fahre wegen einer Weichenreparatur heute nur bis Neufahrn, also nicht vollständig zum Flughafen. Dass es am angesagten Endpunkt einen Schienenersatzverkehr gab, wurde „natürlich“ nicht gesagt. Na ja, ich habe diese Alternative dann erfreut an der verfrühten Endhaltestelle festgestellt, nachdem ich eine englisch sprechende Kofferträgerin noch von der Benutzung einer zeitlich mindestens doppelt so lang dauernden anderen Linie abgehalten hatte mit dem Hinweis, wir könnten uns dann ja gemeinsam ein Taxi zum Flughafen teilen. Und es war Durchsetzungsvermögen angesagt, sich in dem Schienenersatz-Großraumtaxi einen Platz zu ergattern. Aber so was kannte ich ja aus Ländern wie Tunesien, wo immer mit den Ellenbogen um einen Platz gekämpft wird. Ach ja, und dann der leidige Münchner Flughafen. Der Weg zum Check-in miserabel beschildert. Trotz online-Check-in (den ich in stolzen 3 Stunden geschafft hatte, obwohl er laut Info bei Air Europa nicht möglich ist) kein Gepäckaufgabeschalter. Anstellen an langer Schlange der noch nicht Eingecheckten. Gut, ich wusste die Wartezeit aufgrund eines frechen Versuchs am leeren Business Schalter zu umgehen.
Nach der Handgepäckkontrolle, vor dem Gate, saß dann schon Barbara mit dem dunkelroten Nackenhörnchen, das ich unterwegs am Boden habe liegen sehen und dort belassen hatte – keine Ahnung, wie sie mit dem dann unbemerkt an mir vorbeigekommen ist.Ende aller Aufregung. Die Reise konnte beginnen. Und sollte allen Stress im Vorfeld wert sein.
Und sie begann auch bestens. Die Plätze neben mir beim ersten Flugabschnitt nach Madrid waren leer, so dass ich noch mal gut zwei Stunden schlafen konnte. Pünktliche Landung, pünktlicher Weiterflug und Ankunft abends in Bogota. Wäre da nicht ein Loch im Bauch gewesen, weil es bei dem insgesamt ca. 14std. Flug eine einzige Mahlzeit gegeben hat und nur eine Tasse Tee vor dem Aussteigen. Eine Schande für einen so teuren Flug. Und es wäre auch gut gewesen, hätten wir Barbaras Gepäck früher entdeckt. Während das meine das dritte Stück war, das kam, als wir am Band standen, ließ sich ihre Tasche einfach nicht blicken. Bis wir uns schließlich umschauten und entdeckten, dass es (wohl in der Stunde, die wir durch die Zollkontrolle und die langen Wege gebraucht hatten) vom Band genommen worden war. Aber gut, das bestellte Taxi hatte gewartet und brachte uns zuverlässig ins Retiro 84, wo wir am nächsten Morgen für die Tour abgeholt werden sollten. Und dort machte man für unsere hungrigen Mägen trotz fortgeschrittener Stunde sogar noch ein Sandwich.
1.Tag, Samstag 11.01.Beim Frühstück treffen wir als erstes auf unsere Mitreiterin Winona aus Colorado. Un so was, Claire aus Belgien vom Nebentisch gehört auch zu uns. Vor dem Aufzug steht dann Matt aus Kanada. Und Sascha aus England und Larry, Avery und Janice aus den USA sind auf einmal auch da. Super, eine internationale Gruppe, wie ich es liebe. Nach etwas „Spielraum“ trifft dann Bernardo, unser Guide, ein, zusammen mit einem Kleinbus und Fahrer. Es kann losgehen!
Unterwegs zu einer interessanten Sattlerei, bei welcher sich einige noch mit Chaps etc. ausrüsten, und zu einem Reitsportladen (man kann ja nie wissen…) wundere ich mich über die teuren Benzinpreise, fast das Doppelte wie bei uns. Aber nein, es wird in Gallonen verkauft, also nur halb so teuer. Und dann eine Straße voller Kühe. Nein, keine echten, sondern kolumbianisch bunt bemalte Schaustücke und mitten drin ein stylisch buntes Lokal, wo wir uns der Einfachheit halber ein Sammelsurium an typischen Gerichten bestellen und teilen und diverse Fruchtsäfte probieren. Gestärkt und mit besten ersten Essenseindrücken geht es auf nach La Montera, eine Zuchtstätte für Paso Finos, die dort teilweise geklont und von Mulistuten ausgetragen werden. Der auf üblichem Weg produzierte Nachwuchs nennt sich „Bio horses“- wieder was dazu gelernt.Nachdem uns die vier charaktertypischen Gänge der Pferde unter dem Sattel gezeigt wurden, dürfen auch wir sie ausprobieren. Ein interessantes Erlebnis, auch wenn ich gestehen muss, die exakten Feinheiten nicht ganz kapiert zu haben. Immerhin bin ich zuvor schon mal auf einem Paso Fino gesessen. Aber die Pferde hier, die auch im Turniersport eingesetzt werden, sind mit ihrem schnellen Takt und ihren dabei noch extrem hohen Beinbewegungen unvergleichbar.
Am späten Nachmittag geht es dann weiter nach Cucunuba, unserer ersten Trailunterkunft, wo wir bei letztem Tageslicht eintreffen und von vier verschmusten Hunden begrüßt werden, gut gehaltene und umsorgte Vierbeiner – eine Tiererfahrung, die sich durch die ganze Reise ziehen wird. Ebenso wie man uns ein liebevoll zubereitetes, üppiges Abendessen serviert, in einem kleinen Raum nur für uns und mit besonderem altertümlichem Flair. Wir lernen dort auch einen unserer weiteren Guides kennen, Santiago, den Bruder von Bernardo.
2.Tag, Sonntag 12.01.Als ich mich am nächsten Morgen zum Frühstück aufmache, erfahre ich, dass die Pferde schon draußen stehen. Mir gefallen alle. Einige schließe ich wegen der Größe für mich aus: zwei schöne Füchse und einen Appaloosa – sicher für die kräftigeren Männer und höher gewachsenen Reiter. Ein kleineres sieht etwas schlecht gelaunt aus (ist es aber nicht, nur eine Stute), die Ohren hinten. Ganz an Anfang auch ein Muli, der mich anspricht. Als ich meines dann nach dem Essen zugeteilt erhalte /es steht neben dem „grumpy horse“ - ist mir auch gleich ins Auge gesprungen - verliebe ich mich sofort in meinen Mariscal, einen Braunen mit Blesse, gut zum Raufkommen und trotzdem nicht zu klein.Außer Bernardo und seinem Bruder sind noch drei Helfer dabei mit vier oder fünf Ersatztieren (Pferde und Mulis), eine große Gruppe, alle gut miteinander verträglich und – wie sich herausstellen sollte – alle in etwa das gleiche Tempo einhaltend, was ich für wichtig erachte, weil man so auch immer wieder einmal die Position wechseln kann.
Bernardo zeigt uns liebevoll, wie man sich den Pferden nähert. Die Steigbügel werdenangepasst, die Satteltaschen mit dem von jedem als notwendig erachteten gefüllt, rauf aufs Pferd, und los geht es für zunächst knapp 4 Std. Mühelos tragen uns unsere Vierbeiner durch teils dichtes Gebüsch, das erst mit der Motorsäge für den Durchgang bearbeitet werden muss, auf über 3000 m Höhe, wo uns ein gedeckter Mittagstisch mit köstlichem Essen und die verschiedensten Getränke überraschen, serviert von einem gut gelaunten, professionellen Koch, der uns die ganze Tour begleiten wird.Am Nachmittag reiten wir eine Stunde lang wieder bergab, mit Blick auf eine Lagune. Ein schwarzes Pferd will sich uns anschließen, es scheint ihm bei uns zu gefallen, da es sich nicht abschütteln lässt. Bernardo ersucht schließlich Anwohner, sich darum zu kümmern, dass es wieder auf seine Weide zurückkommt.
In der Hacienda La Casona, wo wir nach 34 km heute die Nacht verbringen, erwarten uns schon Kaffee und Kuchen. Das Abendessen wird von unseren Leuten zubereitet, während ich mit Barbara einen kleinen Spaziergang zu unseren einige hundert Meter entfernt untergebrachten Pferden mache. Es ist Vollmond. Als wir zurück sind, sitzen die anderen in einem Zimmer mit Kaminfeuer und stimmen sich schon mit unterschiedlichen, meist alkoholischen Getränken auf das Mahl in einer nicht wenig tollen Räumlichkeit ein. Die Unterkunft ist um das Jahr 1700 erbaut. Während sie früher von einer Familie bewohnt wurde, stellt man sie jetzt Gästen zur Verfügung.Meine frühe Bettruhe wird kurz vor Mitternacht durch Hundegeheule unterbrochen. Na klar, Vollmond, höre ich jemand sagen. Aber als ich aus meinem Zimmer gehen will, hat sich schon ein anderer um das arme Tier gekümmert und ihm wohl Zugang zu einem Gefährten verschafft, den es vermisst hat. Es ist wieder ruhig.
3.Tag, Montag 13.01.Heute ist ein etwas kürzerer Vormittagsritt angesagt. Ausreichend Zeit, dass meine (wegen einer verwirrenden Info hinsichtlich einer zweiten Nächtigung dort) am Vorabend gewaschenen Strümpfe in der Morgensonne trocknen können. Es geht dann 2 ½ Std. sehr steil auf und ab, bis wir schließlich auf 2.730 m Höhe bei toller Aussicht ein sehr reichhaltiges Satteltaschenpicknick genießen. Die 2 Std. am Nachmittag bieten Gelegenheit zu vermehrtem Galopp, so dass ich langsam das Gefühl bekomme, wie viel mehr Raum als die anderen mein langbeiniger Mariscal braucht, um gleich ins richtige Tempo zu kommen.
Die Hacienda la Cabana am Abend toppt noch die des Tags zuvor, hat dort doch jeder (bis auf das Pärchen) ein riesiges Einzelzimmer mit king size Bett, um sich von den 21 km heute gut auszuschlafen.Als wir vor dem Essen noch einmal kurz zu unseren Pferden schauen, erfahren wir, dass eine dortige Stute kurz vor unserer Ankunft ein Fohlen geboren hat, allerdings unter kolikartigen Beschwerden leidet. Der Mutter konnte geholfen werden, wir entdeckten sie am nächsten Morgen mit ihrem Nachwuchs schon auf der Weide.
4.Tag, Dienstag 14.01.So schwingen wir uns erleichtert für die nächsten 4 Std. in den Sattel. Zunächst geht es nach Sutatausa, wo wir uns an einer Straßenecke vor einer Bar im Sattel mit einem Bier (oder Sonstigem) stärken, um für die (Außen-)Besichtigung der in der Nähe befindliche Kathedrale gerüstet zu sein. Später kommen wir an einem an einem Zaun angebundenen Esel vorbei. Ich achte noch darauf, mich bei dem engen Weg nicht in seinem Strick zu verfangen und – der Esel verhakt sich prompt mit seiner Nase in meinem Steigbügel! Und nichts löst sich, so dass ich schließlich absteigen muss, um ihn zu befreien. Und aufatmen: Er hat sich nicht verletzt.Es sollen sich heute jedoch mehrere Pferde verletzten. Zunächst Winonas Pferd am Hinterfuß, weil ein anderes drauf gestiegen ist. Später eines der Zusatzpferde, als es von unserem nicht ganz so pferdeerfahrenen Koch geführt wird, zugegeben, an extremer Stelle. Aber alles glücklicherweise nur kurzfristig. Wir passieren einen riesigen Wasserbehälter, an dem die Pferde zur Entschädigung für ihre enormen Kletterleistungen saufen dürfen, für die kleineren ist es allerdings nur mit Schwierigkeiten möglich wegen der hohen steinigen Einrahmung. Für uns Reiter gibt es auch einmal einen schnellen Galopp, einen steilen Hang hinauf. Mariscal schlägt sich prima. Kurz nach diesem Bergrennen gibt es, diesmal für alle Tiere erreichbar, Melasse zum Fressen. Und uns Reiter erwartet oben, auf 3.050 m Höhe, erneut ein gedeckter Tisch mit feinem Essen, Salaten, Getränken und super Aussicht auf die umliegenden Berge. Irgendwie völlig überraschend nach dieser abenteuerlichen Umgebung, und die letzten Tage noch übertreffend. Wir genießen die 2 Std. Mittagspause, teilweise mit einem kleinen Nickerchen.
Die 2 ½ Std. am Nachmittag probiere ich einmal einen der Mulis, da tags zuvor schon von Barbara das Mulireiten begonnen worden ist. Absolut beeindruckend. Total trittsicher, schnell im Schritt, ohne unnötig in Trab zu verfallen und auch für mich als Reiter, ausgesprochen verantwortungsbewusst den Weg wählend, so dass ich den Ästen kaum ausweichen oder sie mit der Hand zur Seite biegen muss. Warum das brave und absolut zuverlässige Tier den Namen Discordia bekommen hat, ist eine andere Sache, die mit der Enttäuschung einer verärgerten Person zu tun hat, als ihr Mann einen Muli statt eines Pferdes gekauft hat.Klar, im Galopp können die Mulis nicht ganz so gut mithalten. Aber es wird jetzt ohnehin etwas langsamer geritten, weil wieder vermehrt Äste Beseitigung mit der Säge angesagt ist.
Die Nacht verbringen wir in Ubate, wo der riesige Speisesaal besondere Beachtung findet und ein großes Mühlenrad, so dass es sich auch El Molino de San Luis nennt. Unser Koch hat diesmal frei, so dass von den Kräften der Unterkunft gekocht wird, aber auch sehr lecker. Nach insgesamt 34 km heute vertragen wir auch einiges.5.Tag, Mittwoch 15.01.Am 4.Reittag sind vormittags 4 und nachmittags 3 Std. angesagt, insgesamt werden es 35 km. Vormittags gilt es einmal einen so heftig steilen Anstieg zu bezwingen, dass es sich der Reitführer am Morgen zusammen mit einem der Mitreiter vorsorglich schon einmal angeschaut hat – wie ich später erfahre.Mittaggegessen wird in der gemütlichen Hacienda Ticha. Anschließend führt uns der Wirt zum Haus eines indigenen Stammes, wo wir einiges Interessantes über die Lebensweise der Ursprungsbevölkerung erfahren.Als wir vom Gebirge herunterkommen, erwarten uns immer wieder Galoppstrecken. Das Abendessen gibt es in der gewohnten Qualität unseres Lieblingskochs in der mit ihren insgesamt nur zwei Badezimmern etwas weniger luxuriösen, aber völlig ausreichenden Hacienda Potosi, dafür aber umso herzlicher begrüßt von drei Haushunden.
6.Tag, Donnerstag 16.01.Heute sind für den Vormittag 4 Stunden im Sattel vorgesehen, es werden aber 5 – nach einer kurzen Pause in einer Farm, wo die Pferde etwas zu trinken bekommen und Larrys Pferd eine Infusion, weil es zu wenig getrunken hat. Es sind verhältnismäßig schöne Wege, immer wieder Galopp. Larry inzwischen auf einem Muli, um sein Pferd zu schonen.Das Mittagessen wieder 1 a, sowohl lukullisch gesehen als auch von der Aussicht her. Nicht unbedingt zur Begeisterung unseres Kochs (der für das nächste Mal fürchtet) füttern wir zwei scheue Hunde. Avery, welche die letzte Stunde vor der Pause das Pferd mit Bernardo getauscht hat, reitet jetzt eines der Ersatzpferde. Und ich schließe mich ihr an, um einem weiteren die Chance für einen Einsatz zu geben und weil ich mir sicher bin, dass mein Mariscal für die restige ¾ Std. mir deshalb nicht böse sein wird. Magistrado ist sehr gehfreudig, klein mit eifrigen Paso Fino Schritten, durchaus angenehm zu reiten. Keine Ahnung, ob er im Galopp explodiert wäre, zumal die Landschaft jetzt weitläufiger wird und eher einer Steppe ähnelt. Denn ein solcher war eigentlich angesagt. Da wir aber schon unmittelbar vor der Farm Raqhira Silvestre sind, am Ende unserer heutigen 26 km, kommt es nicht mehr dazu. Zur Abwechslung nächtigen wir in kleinen Räumen. Nach dem Abendessen überrascht uns eine Band mit lokaler Volksmusik und animiert uns zum Tanzen.
7.Tag, Freitag 17.01.Die Gegend des letzten Reittages ist besonders schön. Es geht über hohe Gebirgskämme, 4 ½ Std. in der Früh, 1 ½ am Nachmittag, insgesamt 35 km. Wir halten in einer tollen Ranch, wo es für Pferd und Reiter zu saufen bzw. trinken gibt.Der letzte Galopp endet an einem kleinen Bach. Exakt als die Pferde zum Transport fertig aufgereiht stehen und wir in unser Fahrzeug nach Villa de Leyva einsteigen, fängt es an zu regnen. Der erste und einzige Regen der Tour. Ja, wenn Engel reisen… Und symbolisch für unseren Abschiedsschmerz. Den zu überwinden hilft der hübsche Hund, der auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat, es wirkt fast so, als ob er das Auto während der halben Stunde lenkt, so aufmerksam wie er nach vorne schaut.
8.Tag, Samstag 18.01.Für den ersten Engel, Winona, geht es am nächsten Tag nach den 4 Std. Fahrt zurück nach Bogota zum Flughafen schon am Nachmittag weiter nach Panama. Die restigen Engel stellen ihr Gepäcks entweder am Airport für ihre Nachtflüge unter oder geben es in der jeweils individuell gewählten Unterkunft ab und treffen sich noch mal im Zentrum vor der Kirche an der Plaza Simon Bolivar zum anschließenden letzten gemeinsamen Abendessen, bevor Barbara und ich uns gegen 4 Uhr morgens zum Airport aufmachen, um noch einige Tage im Regenwald der Pazifikküste im Westen anzuhängen – eine super Kombi, absoluter Kontrast zum Reiten in den Kolumbianischen Anden.Rotraud Eder, Januar 2025
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