Mustang

Die Mustangs, oder auch "Broncos" genannt, waren verwilderte Pferde und die ersten echten Cowponys der Cowboys im amerikanischen Westen. Der Name Mustang stammt von den spanischen Wörtern mesteño oder monstenco, was wild bedeutet.
Als im 15. Jahrhundert die spanischen Eroberer nach Süd- und Nordamerika kamen, brachten sie Araber und Berber mit. Die Pferde verwilderten mit der Zeit, und die Indianer fingen an, die Mustangs zu zähmen und zu züchten. Sie waren die Indianer-Pferde. Mit der Besiedlung wurden die Pferde immer wieder in andere Regionen der USA gedrängt. Von den Siedlern geflohene Pferde mischten sich unter die Wildpferde. So kam auch französisches Blut hinzu. Zwischen den Indianerstämmen entbrannten Kämpfe, um die Tiere. Um 1800 existierten große, wild oder halbwild lebende Herden auf den riesigen Ebenen. Die USA- Kavallerie kaufte bis Anfang des 19. Jh. aus Deutschland ostfriesische Pferde, damals ein schweres Warmblut oder Kutschpferd, dass die Wagen der Artillerie zog. Überall wo Schlachten stattfanden, tauchen Spuren dieser Pferde auf, die sich ebenfalls unter die Mustangs mischten.

Die großen Herden im Westen stellten zunächst kein Problem dar, bis auch dort die Besiedelung einsetzte. Das trockene Land vertrug keine großen Mengen grasender Tiere und so wurde das Abschiessen der Mustangs zum Sport der Cowboys. Zu Beginn des 20. JH. gab es ungefähr 2 Millionen, 1926 war der Bestand bereits halbiert. Bald waren es nunmehr 30.000 Tieren aus. 1971 wurde der "Wild Free-Roaming Horse and Burro Act" verabschiedet, mit dem die Mustangs gesetzlich geschützt werden sollten. Folglich vermehrten sich die Mustangs wieder stärker, was erneut zu einem Problem führte. Der Vertrag wurde geändert und die Kontrolle "einer ökologisch verträglichen" Pferdezahl durchgesetzt.

1973 wurde das Programm Adopt-A-Horse gegründet, um auf humanen Wegen den Wildpferdebestand zu regulieren. Die Pferde wurden für $ 125 an Interessenten abgegeben, Wildesel für $75. Von den Adoptiveltern mußten diverse Anforderungen bzgl. der Haltung gewährleistet und jährlich von einem Tierarzt der Gesundheitszustand bestätigt werden. Die Pferde blieben offiziell Eigentum der US-Regierung. Die Pferde, in erfahrenen Händen, wurde gute Reit- und Distanzpferde - ähnlich ihrer Vorfahren.

Der ursprüngliche Mustang war ein kleines, sehr zähes, unbändiges Pferd, kaum größer als 145 cm. Nach dem Vollblut, Morgan-Blut und Quarter-Horse-Blut, aber auch ganz andere Linien eingekreuzt wurden, entstand ein vielseitig verwendbares Pferd. Heute sind es Warmblüter in allen Farben und es treten immer noch Merkmale spanischer Pferde auf. Es gibt sogar einige sehr abgeschieden lebende Herden, deren spanische Abstammung fast ohne Einflüsse anderer Rassen erhalten blieb z.B. Kiger und Cerat Mustangs.