Australisches Brumby
Die
ersten Pferde kamen um 1788 nach Australien. Unregelmäßige
Schiffankünfte folgten dieser ersten Ladung, doch die Bedingungen
auf den Schiffen waren hart und nur die kräftigsten Pferde überlebten
die Strapazen. Als 1810 Pferderennen als Sport anerkannt wurde, importierte
man qualitativ gute Vollblüter von England nach Australien.
Es wird angenommen, dass der Name Brumby für die ungezähmten
Pferde Australiens von einem Mann namens James Brumby abgeleitet wurde,
der 1791 mit der Britania kam. Geboren in Scotton Lincolnshire, diente
er als Soldat im New South Wales Corps, war aber ebenso Schmied und
soll für etliche Pferde in der frühen Australischen Kolonie
verantwortlich gewesen sein. Als James 1804 nach Tasmanien übersiedelte,
ließ er vermutlich einige von ihnen zurück. Fragte man die
Einheimischen nach dem Besitzer der Pferde, antworteten sie, es seien
die von Brumby. Da es allgemein viel Unsicherheit gibt über die
Entstehung des Namens, wird der obige Ursprung als höchst wahrscheinlich
richtig angesehen.
Die ersten Pferde wurden für Farmarbeiten eingesetzt und trugen
zur Erschließung von Australiens ersten Weidegebieten bei. Entdecker
nutzten Pferde und Ochsen zu Transportzwecken. Bald wurde auch gezüchtet
und der Pferdehandel aufgebaut.
Die niedrige Anzahl und schlechte Qualität der Zäune sowie
unzureichende Bewachung erlaubten die Flucht vieler Pferde. Weitere
wurden vernachlässigt als neu entwickelte Maschinen ihre Aufgaben
übernahmen. Damit verwilderte eine Vielzahl an Pferden.
Brumbys haben keine einheitliche Statue, Farbe oder Größe,
da sich wie gesagt Hauspferde unterschiedlichster Art, inklusive Zugpferde
und Vollblüter, mit den bereits wilden Herden mischten.
Sie
werden heute als Plage wie auch als Zugewinn angesehen. Sie beschädigen
mitunter Einfriedungen, grasen Rinderweiden ab, zehren von den Trink-
und Regenwasservorräten, was die Rinderhaltung erschwert. Ebenso
kreuzen sie sich mit domestizierten Stuten und übertragen dabei
Krankheiten.
Ihr Nutzen für Australien hat bisher im Fleisch, den Haaren (für
Musikinstrumente, Bürsten, Polsterungen) und im Tourismus- &
Freizeitbereich bestanden. Sie können durchaus gefangen und alternativ
zu Zuchtzwecken eingesetzt werden, doch die Nachfrage ist gering.
In Zeiten der Trockenheit mögen sie durch Scharren in sandigen
Flussbetten Wasser auftreiben, das außer ihren eigenen Bedürfnissen
auch die anderer Wildtiere und Viehherden deckt.
Auf Grund der geringen wirtschaftlichen Bedeutung betreibt man eine
regelmäßige Auslese. Diese ist notwendig, um den Einfluss
auf die Viehfarmen zu mindern und um die Herden zu schützen,
denn zu viele Brumbys würden unter bestimmten Umständen
an Hunger und Durst leiden und wohlmöglich giftige Pflanzen fressen.
Pferde spielten eine bedeutende Rolle in Australiens Geschichte,
doch sie verwilderten und mussten unter Kontrolle gestellt werden
- zu ihrem eigenen Schutz und zum Wohlergehen der Menschen.