Kirgisistan - Durchquerung Kundenbericht



Die Reitreise durch Kirgistan vom 16. bis zum 31. August war eine Erfahrung, die sich tief in mein Herz eingebrannt hat. Wir waren zehn Personen, die sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben, und obwohl wir unterschiedlich waren, entstand schnell eine harmonische Gruppe, in der jeder seinen Platz fand. Es gab keine schlechte Stimmung, kein Drama – nur gegenseitige Unterstützung, viel Lachen und das gemeinsame Staunen über die wilde Schönheit dieses Landes.

Die Pferde, unsere treuen Begleiter, waren absolut trittsicher und nervenstark. Sie führten uns durch Geröllfelder, über steile Pässe und durch endlose Weiten, als wären sie selbst Teil der Landschaft. Die Straßen in Kirgistan sind eher optional asphaltiert, was den Eindruck verstärkte, wirklich fernab der Zivilisation zu sein. Die elf Reittage waren geprägt von toller Aussicht und Schritt, denn das Terrain war anspruchsvoll und oft sehr steinig. Nur an zwei Tagen, am Son-Kul-See, konnten wir längere Galoppstrecken genießen – ein Gefühl von Freiheit, das sich tief eingebrannt hat.

Die Nächte waren bitterkalt, oft so eisig, dass man sich in den Schlafsack verkroch und trotzdem fror. Die Tage hingegen waren heiß, manchmal unerträglich, außer in den höheren Lagen, wo die Luft dünner wurde und die Temperaturen angenehmer waren. Besonders in Höhen um die 3200 Meter merkte man beim Volleyballspielen, beim Kartoshka-Spiel oder sogar beim Toilettengang, wie sehr die dünne Luft den Körper forderte. Das Zelten war unkompliziert, die Zelte ließen sich leicht aufbauen, und das Team war selbst spät nachts zur Stelle, wenn man etwas im Koffer vergessen hatte. Diese Hilfsbereitschaft war nicht nur praktisch, sondern auch emotional wohltuend – man fühlte sich nie allein.

Die sternenklaren Nächte waren magisch. Ohne Lichtverschmutzung zeigte sich der Himmel in seiner ganzen Pracht, und die Milchstraße spannte sich wie ein leuchtendes Band über uns. Ich habe selten so viele Sterne gesehen, und in diesen Momenten fühlte ich mich klein, aber verbunden mit allem um mich herum.

Die Nächte in den Yurten waren ein Highlight – endlich nicht frieren, sondern Wärme, Gemütlichkeit und das Gefühl, willkommen zu sein. Das Essen war fantastisch, immer frisch und selbst gekocht. Die Mittagspausen bestanden oft aus Picknicks, bei denen jeder einen kleinen Teil in seinen Satteltaschen mittrug. Es war einfach, aber liebevoll, und genau das machte es so besonders.

Unsere Guides waren witzig, herzlich und kompetent. Besonders Asel und Zina waren die guten Seelen der Reise. Sie übersetzten für uns, erklärten regionale Gegebenheiten und hatten immer ein offenes Ohr. Ich habe versucht, die Sprache zu lernen – und obwohl die Laute und Wörter schwer zu greifen waren, hat es mir große Freude bereitet. Zina, Asel und Baha hatten unendlich viel Geduld mit mir, und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Ein Tag bleibt mir besonders im Gedächtnis: Wir mussten zwei Stunden am Stück bergab zu Fuß gehen, und ich merkte schnell, dass ich nicht trittsicher war. Ich war körperlich und emotional am Limit. Doch Zina und Baha zogen mich aus diesem Tief – mit Worten, mit Gesten, mit ihrer bloßen Präsenz. Für diese beiden Begleiter empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit.

UNO wurde zum verbindenden Element – sogar mit den Kirgisen spielten wir, lachten gemeinsam und lernten voneinander. Die Landschaft war atemberaubend. Überall freilaufende Tiere – Pferde, Kühe, manchmal auch Ziegen. Die Weite, die Farben, die Stille… Ich vermisse es jetzt schon. Es war, als würde die Natur selbst mit uns sprechen. Diese Reise ist keine Galopp-Safari für ambitionierte Reiter. Sie ist eine Einladung, ein Land zu spüren, zu schmecken, zu riechen. Sie ist für Menschen, die fremdes Essen lieben, die gern draußen sind, die mit Temperaturunterschieden klarkommen – und die sehr gute Wanderschuhe besitzen. Denn ohne die rutscht man in den steilen Passagen schneller weg, als man „Kartoshka“ sagen kann.

Am 31. August endete unsere Reise. Doch in meinem Herzen wird sie weitergehen. Die Menschen, die Pferde, die Landschaft – all das hat Spuren hinterlassen. Und ich weiß: Ich werde zurückkehren. Irgendwann

Autor: Tanja Mösezahl, 2026