Namibia - Reiterreise im Khomas Hochland
Manchmal gibt es Reisen, die nicht einfach nur schön sind, sondern etwas in einem verändern. Meine Reiterreise im Khomas Hochland in Namibia war genau so eine.
Schon bei der Ankunft wurde klar: Hier geht es nicht um Luxus oder Inszenierung, sondern um Echtheit. Die Lodge liegt eingebettet in eine weite, ursprüngliche Landschaft – Hügel, Buschland, endlose Horizonte. Eine Stille, die man nicht hört, sondern fühlt. Und genau diese Ruhe war es, nach der ich gesucht hatte.
Der Tagesrhythmus und das Programm richtete sich ganz nach den Pferden, der Natur und dem Licht. Morgens, wenn die Sonne langsam über den Hügeln aufging, starteten wir zu unseren Ausritten. Die Pferde sind hervorragend ausgebildet, trittsicher, aufmerksam und ruhig – echte Verlasspferde, die dennoch sensibel und fein zu reiten sind. Vom ersten Moment an hatte ich ein gutes Gefühl im Sattel.
Geritten wurde in kleinen Gruppen, oft sogar nur zu zweit mit dem Guide. Dadurch war es möglich, Tempo und Route flexibel anzupassen. Mal ruhige Schrittpassagen durch den Busch, mal im flotteren Tempo entlang des Flusses – immer mit Blick auf die Umgebung und die Tiere. Antilopen, Giraffen und zahlreiche Vogelarten begegneten uns regelmäßig. Besonders beeindruckend war, wie selbstverständlich Pferde und Wildtiere nebeneinander existieren – ohne Hektik, ohne Stress.
Was diese Reiterreise für mich besonders gemacht hat, war die Nähe zur Natur. Man bewegt sich leise durch die Landschaft, wird Teil von ihr. Kein Motorengeräusch, keine Hektik – nur der Rhythmus des Pferdes, der Wind, das Licht. Diese Art des Reisens fühlt sich respektvoll und entschleunigend an.
Auch abseits der Ausritte war die Atmosphäre der Lodge sehr familiär. Die Mahlzeiten wurden gemeinsam eingenommen, oft an einem großen Tisch. Es gab Raum für Gespräche, Austausch und Lachen – aber genauso für Rückzug, wenn man ihn brauchte. Abends saß ich oft mit einem Glas Wein auf der Terrasse, blickte in die Weite und ließ den Tag Revue passieren. Die Sonnenuntergänge im Khomas Hochland sind schwer in Worte zu fassen – Farben, Licht und Stille verschmelzen zu einem Moment, den man nicht vergisst.
Der Guide war nicht nur ein hervorragender Reitbegleiter, sondern auch ein aufmerksamer Beobachter der Natur. Immer wieder gab es kleine Erklärungen zu Tieren, Spuren, Pflanzen oder der Landschaft. Man spürt, dass hier mit Leidenschaft und Respekt gearbeitet wird – für die Pferde genauso wie für die Umgebung.
Am Ende der Reise fiel mir der Abschied schwer. Nicht nur von den Pferden, sondern von diesem Gefühl der Verbundenheit. Namibia hat viele Gesichter, aber das Khomas Hochland habe ich als besonders ehrlich, ruhig und tiefgehend erlebt.
Diese Reiterreise war für mich mehr als Urlaub. Sie war eine Auszeit vom Alltag, ein Innehalten, ein bewusstes Unterwegssein. Wer ursprüngliche Natur, gut ausgebildete Pferde, kleine Gruppen, freundliche Menschen, gutes Essen und authentische Begegnungen sucht, ist hier genau richtig.
Ich weiß schon jetzt: Ich komme wieder. ![]()