Schweiz - Reiturlaub im Münstertal
Ich sitze im Gras, die schroffen Bergketten des Val Mora im Hintergrund, neben mir zupft meine Stute Shamira genüsslich an ein paar Alpenkräutern. Die Scheckstute passt mit ihrem authentischen Western-Outfit perfekt in diese Landschaft. Die karge Vegetation und die vielen verschiedenen Farben - für mich sieht das Schweizer Münstertal in diesem Moment aus, wie klein Kanada.

Wir sind für das Wochenende ins Val Müstair im Osten der Schweiz gefahren. Mein Freund geht wandern und ich teste das Schweizer Münstertal vom Westernsattel aus. Der Reiterhof liegt idyllisch am Fusse des Alpendorfes, umrahmt von 3.000-4.000 Meter hohen Gipfeln. Die Pferde stehen nachts auf satten Almwiesen und werden tagsüber zum Reiten an den Stall gebracht. Morgens vor unserem Ritt läuft auf einmal eine Herde bunter Araber-Pintos über den Hof. Zielstrebig reihen Sie sich in den jeweiligen Paddocks ein. Ich bin beeindruckt, wie gut die grösstenteils selbstgezogenen Pferde unserer Rittführerin erzogen sind. Hier im Münstertal werden die Tourenpferde alle intensiv nach der Horsemanship Methode ausgebildet. Das merke ich auch beim Reiten. Obwohl mir die Westernreitweise eher fremd und meine Stute erst 5 Jahre alt ist, versteht sie alle meine Hilfen auf Anhieb und ist fein zu reiten.


Wir wollen einen Tagesritt zum Val Mora unternehmen. Nach dem Frühstück geht es direkt los und wir geniessen das frühsommerliche Alpenwetter. Durch die unterschiedlichen Vegetationszonen arbeiten sich unsere Pferde geschickt die 1.000 Höhenmeter bis zum Pass hinauf. Jeder Schritt sitzt, kein Stolpern, keine Unsicherheit. Kurze Galoppaden lockern den Ritt auf und wir legen immer wieder Fresspausen für die Pferde und Stehpausen für unsere müden Reiterhintern ein. Der Ritt ist insgesamt ruhig, aber das passt mir in Anbetracht der gigantischen Landschaft ganz gut. Schneebedeckte Bergspitzen, tosende Wasserfälle und das ein oder andere Murmeltier begegnen uns auf unserem Weg. Oben am Pass angelangt legen wir eine wohlverdiente Mittagsrast ein und verspeisen Brote und Äpfel. Letztere werden natürlich gerne mit unseren vierbeinigen Weggefährten geteilt.


Den gesamten Ritt über, fühle ich mich wie in einem Westernfilm. Das Outfit und meine Stute passen perfekt in diesen Tagtraum, aber auch die Landschaft des Münstertals erinnert mich an die Kanadische Wildnis. Was für ein toller Wochenend-Ausflug! Der Alltag ist hier in Windeseile vergessen. Überrascht bin ich auch von der tollen Verkehrsanbindung. Zwar sind wir mit dem Auto angereist, jedoch lerne ich von unserer Gastgeberin Samanta, dass der Postbus die Gäste hier praktisch bis vor ihr Hoftor bringt. So kann man also mit Bahn und Bus ganz entspannt auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel aus Zürich anreisen. Und das obwohl das Val Müstair wirklich so wirkt, als müsste man hier vom Rest der Welt eigentlich nichts mitbekommen. Für mich und meinen nichtreitenden Freund ein tolles Outdoor-Wochenende und eine gelungene Auszeit vom Alltag!