Portugal - Komfort Trail in der Serra d`Arga
Der Naturpark Serra d`Arga ist ein echtes Outdoor-Paradies. Mountainbikern, Wanderern und Kletterern sind die grünen Berge längst ein Begriff und auch Trailreiter kommen hier auf Ihre Kosten. Wer mehr von Portugal will, als den klassichen Strandgalopp, kann im Norden des Landes, oberhalb des Lima-Tals einen echten Geheimtipp erreiten. Zwischen wilden Ponys, frei lebenden Rindern und scheuen Wölfen schlängeln sich reitbare Wege durch die Berglandschaft. Bei gutem Wetter hat man Ausblicke bis hin zum Meer.
Ein kleines Paradies in den Bergen



Spät am Abend komme ich in meinem gebuchten Tiny House in den Bergen an. Unser Gastgeber Pedro hat mir eine herzliche Willkommensnachricht und einen Vinho Verde aus der Region hinterlassen. Ganz entspannt kann ich mich in meinem "neuen Domizil" einrichten und den Abend im hauseigenen Indoor-Jacuzzi ausklingen lassen. Durch die Fensterfront sehe ich in der Ferne die Lichter von Ponte de Lima. Unsere Gastgeber haben das Gelände vor einigen Jahren gekauft und für Gäste, die eine Auszeit in der Natur suchen, hergerichtet. Insgesamt befinden sich mehrere Tiny Houses, ein kleiner Stall für die Trailpferde und bald auch ein eigenes Restaurant auf dem weitläufigen Gelände. Sie selbst besitzen einen grossen Reitstall unten im Dorf. Die Tiny Houses sind alle umsichtig in die Natur eingepflegt und bieten ein hohes Mass an Privatsphäre. Jedes Häuschen ist mit einem Bad, einer kleinen Küche und einem Schlafzimmer ausgestattet. Ein gemütlicher Rückzugsort. Am Morgen bekomme ich einen Picknickkorb mit einem umfangreichen Frühstück vor die Haustür geliefert. Ich nehme mir was ich brauche und beginne den Tag mit einem Frühstück im Garten. Jetzt, Mitte März sind die Temperaturen bereits angenehm warm.
Reiten in der Serra d`Arga
Nach dem Frühstück gehe ich hinunter zum Reitstall. Dort werde ich von Guide Pedro und 7 Lusitanos empfangen, die gerade ihr Kraftfutter fressen und entspannt auf dem Gelände herumstehen. Im Unterstand sattelt Pedro gerade unsere beiden Pferde: Pirata, ein wacher Araber-Lusitano und den frechen Spirit. Die Pferde sind immer in der Herde zusammen. Auf dem grossen Paddock stehen ihnen einige Heuballen zur freien Verfügung. Wenn sie keine Trails machen, dürfen sie sogar auf dem ganzen Gelände frei herumlaufen. Das macht sie zu besonders nervenstarken und trittsicheren Trailpferden. Ausserdem sorgt es für eine gute Gruppendynamik. Gesattelt wird bei Pedro traditionell Portugiesisch. Er möchte, dass die Gäste ein Gefühl für die Reitweise der alten Tage bekommen. Die Arbeitsreitsättel sind alle mit einer Picknickdecke ausgestattet und besonders bequem für lange Ritte. Als ich Platz nehme, fühle ich mich direkt wohl.
Wir unternehmen einen ausgedehnten Ritt in die umliegenden Berge. Mein Guide Pedro erklärt mir allerhand zu der Geschichte der Serra d`Arga und weist mich auf die ein oder andere Aussicht hin. Sein Wissen über die Gegend ist bemerkenswert. Als wir an einer Wolfspur vorbeireiten, entdeckt er sie sofort und weist mich darauf hin. In der Serra d`Arga gibt es verschiedene wild lebende Tiere. Die Wölfe gelten als besonders scheu. Meist sieht man nur ihre Spuren. Wen wir jedoch direkt entdecken, als wir auf die Trails abbiegen, sind die Herden der wild lebenden Ponys. Wachsam werden wir von den Hengsten beäugt, während die Stuten mit ihren neu geborenen Fohlen an uns vorbei galoppieren. Pirata und Spirit lassen sich dadurch nicht beirren. Brav bleiben sie mit ihrer Aufmerksamkeit beim Reiter. Unser Weg führt uns über die Bergkuppen der Serra d`Arga und hinunter in einige kleine Dörfer. Hier scheint die Zeit stehen geblieben. Die portugiesischen Bauern bereiten sich gerade auf den nahenden Frühling vor und grüssen freundlich als wir vorbeireiten. Der Wald lädt zum ein oder andere Galopp ein - die Pferde nehmen das spritzige Tempo begeistert an. Heute halten wir den Ritt jedoch grösstenteils entspannt. Jetzt, Anfang der Saison und frisch aus der Winterpause, sind Pirata und Spirit noch nicht wieder voll im Training angekommen. Pedro möchte sie für die kommenden Ritte noch schonen. Ich begrüsse seine pferdefreundliche Einstellung und verzichte, trotzdem etwas wehmütig, auf ausgedehntere Galoppaden. Wanderreiten im Norden Portugals
Der 6-tägige Trail für unsere Gäste verläuft auf vielfältigen Pfaden durch die Berge der Serra d`Arga. Ich sehe aus der Ferne die Klöster und Bergdörfer, die als Ziel für die anstehenden Tagesetappen vorgesehen sind. Teilweise bleiben die Pferde vor Ort, während die Gäste am späten Nachmittag zurück zu ihrem Tiny House gebracht werden: Trailreiten ohne Kofferpacken. Die Pferde empfinde ich als sehr zuverlässig und freundlich. Man merkt ihnen an, dass sie das Glück haben neben dem Job als Tourenpferd, ihre Freizeit frei in der Herde verbringen zu dürfen. Unser Guide Pedro hat ein umfangreiches Wissen zu der Umgebung und ein gutes Auge für seine Pferde. Ich habe die Zeit in der Serra d`Arga sehr genossen und kann diesen Geheimtipp in den Bergen Portugals wärmstens empfehlen.