Traumstrände im Sonnenuntergang
Im Oktober reiste ich zusammen mit noch zwei weiteren Freundinnen nach Djerba, Tunesien um noch ein wenig Sonne mit in den Herbst zu nehmen. Direkt am Flughafen wurden wir von Majid empfangen. Angekommen auf der Ranch erhielten wir einen Kaffee und Tee und uns wurden die Ranch und die Räumlichkeiten gezeigt. Die Unterkünfte sind einfach gehalten, ein Apartment im Obergeschoss besteht aus drei Doppelzimmern, einem Badezimmer, Küche und Aufenthaltsraum sowie mehreren Terrassen. Im Untergeschoss befindet sich noch ein weiteres Doppelzimmer mit Bad. Die Pferde wurden uns einzeln vorgestellt und Ihre Fütterung und Management gezeigt. So erhalten sie zum Beispiel jeden Tag einen Eimer voll Datteln, welche in der prallen Sonne auf dem Hof direkt getrocknet werden. Bei den Pferden handelt es sich vorzugsweise um Berber und Araber Hengste, doch es befinden sich auch zwei Wallache, zwei Stuten und ein Esel auf dem Hof.

Am Nachmittag zeigte man uns den Fußweg zum Strand und wir erfrischten uns im Meer. Das Wetter auf Djerba kann Ende Oktober immer noch 35° heiß werden, die Wassertemperatur ist angenehm frisch. Nach dem Strandbad erhielten wir unsere erste Mahlzeit, welche frisch von Majid zubereitet wurde. An den kommenden Abenden werden wir immer drei Gänge als Mahlzeiten erhalten. Diese sind reichhaltig in Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst, man ernährt sich in Tunesien traditionell eher gesund. Das Harissa muss man dabei unbedingt probiert haben!
Am nächsten Morgen treten wir nach dem Frühstück unseren ersten Ritt an. Dieser führte zum Kennenlernen der Pferde erstmal durch das Hinterland. Der Weg führte durch zahlreiche Olivenhaine, alte Gebäude und Palmen hindurch. Rittführer Ali erklärte uns eindrucksvoll die Landschaft. Gegen die Mittagszeit wurde es immer heißer, so waren wir froh wieder auf die Ranch zurück zu reiten. Wir machten mit Ali aus in den folgenden Tagen jeweils zum Sonnenauf- oder untergang zu reiten um der Hitze zu entfliehen. Die Ranch geht gerne auf die Wünsche der Gäste ein und richtet sich nach jeden Bedürfnissen.

Am nächsten Tag fuhr uns Majid nach dem Frühstück nach Houmt Souk, welche eine schöne Altstadt hat mit vielen Handwerkskunst Läden und charmanten Cafes.
Am Nachmittag absolvierten wir unseren ersten Strandausritt zur Sonnenuntergangszeit. Hier konnten wir ausgedehnt traben und galoppieren, dazu machten Ali und Majids Sohn viele Videos und Bilder. Für mich war es auf dem 6 jährigen Berber-Araber Hengst Chouchen der schnellste Galopp meines Lebens! Es gibt auf der Ranch Pferde für jeden Geschmack, jedoch sind sie schon tendenziell schnell vom Tempo. Meine eine Freundin, die nicht so viel Reiterfahrung mitbrachte, ritt auf dem braven Wallach Nebli. Dieser war sehr ruhig vom Gemüt, jedoch trotzdem flott. Ali kümmerte sich liebevoll um sie und so funktionierte alles.
Nach dem aufregenden ersten Strandausritt freuten wir uns hungrig auf das Abendessen.
Am nächsten Morgen fuhr uns Majid zum traditionellen Tiermarkt in Midoun, welcher immer Freitag vormittags stattfindet. Ich habe weltweit schon viele Tiermärkte besucht und dabei auch einiges Trauriges gesehen, im internationalen Vergleich war ich über den in Djerba positiv überrascht. Auch an diesem Tag machten wir einen Sonnenuntergangsritt mit schönen Galoppaden. Auf der langen Landzunge, welche ein Naturpark ist, herrscht abends reges Treiben mit vielen anderen Reitern mit Pferden und Kamelen und auch Quadfahrern, die alle den farbenprächtigen Himmel genießen.

An den nächsten zwei Tagen standen wir früh auf für die Sonnenaufgangsritte. Dies war meine Lieblingszeit für die Strandausritte, denn morgens früh hatten wir die komplette Landzunge fast für uns allein. Diese Ruhe sorgte auch dafür, dass wir die Chance hatten die scheuen Flamingos zu sehen.
Ich kann es also allen empfehlen den Wecker früh zu stellen und einen Sonnenaufgangsritt mitzumachen. Nach dem früh morgendlichen Ritt erhielten wir ein reichhaltiges Frühstück. Im Anschluss hatten wir den ganzen Tag Zeit am Strand baden zu gehen. Am letzten Tag wählten wir eine Kutschfahrt. Diese wurde vom fleißigen Fitouri durch das Hinterland gezogen. So bekamen wir noch mal Einblicke durch die schöne Landschaft Djerbas. Fitouri ist der Liebling von vielen Gästen, ob unterm Sattel oder vor der Kutsche. Als Weideunfall zwischen einem Berber und einem Kaltblut sticht der hübsche Schimmel aus der Herde heraus. Meine Freundin, die schon leichte Fahrerfahrung mitbrachte, durfte auch immer wieder die Zügel auf dem Kutschbock übernehmen. Zudem legten wir unterwegs eine Pause in einem kleinen Cafe ein. Diesmal begleitete uns Majid und auch der erzählte vieles über die Natur und Geschichte Djerbas.
Als Fazit fand ich es eine sehr schöne Reise, vor allem zur Herbstzeit war es perfekt um Djerba kennen zulernen. Alle Beteiligten geben sich sehr viel Mühe mit ihren Gästen. Das zeigte sich auch darin, das viele Stammgäste zurückkehren. Auch wir konnten in den letzten Tagen Stammgäste kennen lernen, welche schon seit einigen Jahren sowohl Mjids Küche als auch die lauffreudigen Pferde zu schätzen wissen. Für meine beiden Freundinnen war es die erste Reiterreise und auch der erste Ausritt außerhalb Deutschlands. Sie haben sich bei diesem Programm sehr gut aufgehoben gefühlt. Djerba ist der perfekte Ort für einen Urlaub in der Sonne und für alle das richtige, die von schnellen Strandgaloppaden träumen. Wobei auch das Hinterland mit seinen Oliven- und Orangenhainen uns begeistert hat. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist einzig der Müll auf Djerba, der vielerorts zu sehen ist. Dieses Problem sollte die gastfreundliche Mittelmeerinsel noch in den Griff bekommen.
Franziska Vaas, Oktober 2025

