Trakehner

Der Trakehner (früher: Ostpreußisches Warmblut) ist wohl das eleganteste und edelste Warmblutpferd Deutschlands: ein qualifiziertes Reitpferd mit dem edlen Kopf eines Vollblüters und wunderschönen Gängen. Außerdem ist es bekannt für seine Intelligenz, seinen Arbeitswillen, Ausdauer und Stamina. Verglichen mit dem Hannoveraner ist der Trakehner leichter gebaut.
Wie zu erwarten, zeigte das Pferd immer schon großes Talent für Dressur, Military und Springreiten. So ist der Trakehner ein Pferd, das man überall im Pferdesport einsetzen kann. Es ist ein ebenso elegantes Reitpferd für den Amateurreiter wie ein ausdauerndes und genügsames Sportpferd, das höchsten Turnieransprüchen gerecht wird. Der Trakehner kann sehr temperamentvoll sein, ja gelegentlich sogar recht eigenwillig.
Zu Beginn des 18.Jahrhunderts beschloss der Preußenkönig Friedrich Wilhelm 1., ein Gestüt in Trakehnen im nordwestlichen Teil Ostpreußen zu gründen. Er setzte 600 Soldaten ein, die das Sumpfgebiet drainieren mussten. Die Arbeit war nach sechs Jahren fertig, und das unbrauchbare Land war nun drainiertes, bestes Weideland geworden, vermischt mit Kalk und Phosphor, was den Pferden das harte Knochengerüst gab.
Der König sorgte auch dafür, dass ausgewählte Tiere von anderen königlichen Ställen nach Trakehnen gebracht wurden sowie einige Schweiken, die eigentlichen bodenständigen Pferde Ostpreußens. Dazu kamen vor allem Englische Vollblüter und einige Top-Araber, die er aus Polen einführte. So begründete er die Pferdezucht in Trakehnen; Gründungsjahr war 1732.

Auch der Sohn von Friedrich Wilhelm 1., Friedrich der Große, hatte besonderes Interesse an diesen Pferden, doch nach seinem Tod 1786 wurde das Gestüt vom Staat übernommen, der vor allem Pferde für die Kavallerie züchtete.
Das Gestüt überlebte im Laufe der Zeit viele Kriege und erlitt dabei große Verluste. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden auch viele Trakehner außerhalb des Gestüts gezüchtet, und es gab insgesamt 15.000 private Züchter mit 25.000 Pferden.
Der Zweite Weltkrieg wirkte sich auf die Zucht verheerend aus. Als es dem Ende entgegenging und die Rote Armee den Zuchtstätten in Ostpreußen immer näher kam, nahmen die verzweifelten Züchter ihre Pferde, beluden sie und eventuell vorhandene Wagen mit ihrer Habe und ritten oder fuhren nach Westen in die heutige Bundesrepublik Deutschland.
Von den vielen Tausend Trakehnern kamen nur etwa 1.200 hier an. Sehr bald jedoch fand ein Wiederaufbau der Zucht unter der Schirmherrschaft des Trakehner Verbandes statt.

Exterieur:
Größe: zwischen 160 und 165 cm.
Farbe: alle einfarbigen.
Kopf: edel. Große, intelligente Augen, kleines Maul.
Hals: elegant und sich nach oben verjüngend.
Schultern: schräg.
Gebäude: mittellang, kräftig, schöner Rippenbogen, langer Rücken.
Hinterhand: rund, bemuskelt.
Gliedmaßen: hart, mit kurzen Röhren und ausgezeichneten Hufen.
Aktion: gerade, frei und vorwärtsstrebend.